Claude Motion: So machst du aus Firmenzahlen ein Video, ohne Schnittprogramm

Claude Motion macht aus einer Beschreibung einen kurzen animierten Clip: Zahlen, Abläufe und Preise bewegen sich wie in einer Präsentation, die sich selbst abspielt. Du schreibst im Chat, was zu sehen sein soll, Claude baut es, du änderst einzelne Szenen per Satz und lädst am Ende eine MP4-Datei herunter. Motion ist seit dem 8. Oktober 2026 als Beta da, aber nur im Team- und Enterprise-Tarif. Mit Free, Pro oder Max siehst du es nicht. (Stand: 2026-10-11 — Quelle: Claude-Hilfe)

Ich habe es am Tag nach dem Start an einem erfundenen Malerbetrieb mit neun Leuten ausprobiert: Quartalszahlen für die Teambesprechung, ein Clip für den ersten Arbeitstag neuer Azubis und ein Preisvergleich für die Website. Alle Messwerte unten stammen aus diesem Test.

Im Video siehst du alle drei Clips entstehen, inklusive der Änderungen per Chat und des Exports.

Inhalt

Was ist Claude Motion?

Kein KI-Film. Motion nutzt kein Videomodell, es erzeugt keine Menschen und kein Filmmaterial. Claude schreibt im Hintergrund Code, der Texte, Zahlen, Diagramme, Formen und Bilder animiert. (Stand: 2026-10-09 — Quelle: Anthropic) Gearbeitet wird in einem eigenen Fenster mit Szenen, einer Zeitleiste und Musik.

Für einen Betrieb heißt das: Alles, was du heute als Tabelle an die Wand wirfst oder bei jeder Einarbeitung mündlich erklärst, kann ein Clip von 20 bis 30 Sekunden werden. Wenn du dein Team in der Werkstatt zeigen willst, brauchst du weiter eine Kamera.

Wie starte ich Claude Motion?

Zwei Wege funktionieren: im Artifacts-Tab die Motion-Vorlage wählen oder im normalen Chat danach fragen. Ich habe beide ausprobiert.

Für die Quartalszahlen bin ich über Artifacts gegangen und habe auf die Kachel „Motion“ geklickt. Rechts öffnet sich ein leeres Fenster, links schreibst du den Auftrag. Bei mir waren das vier Szenen: der Titel, der Umsatz von Juli bis September als Balken, 47 Aufträge, davon 12 Fassaden, und zum Schluss ein Dank ans Team mit dem Ziel fürs nächste Quartal. Bevor Claude losbaut, fragt es nach Stil und Farben. Nach gut vier Minuten lief der Clip.

Den Clip für den ersten Arbeitstag habe ich in einem ganz normalen Chat bestellt, mit „Mach mir eine Motion-Animation: …“. Das Motion-Fenster öffnet sich daneben. Spannend war die Stilfrage: Claude hat Vorschläge gemacht, die zum Malerhandwerk passen, eine Farbrolle, einen Farbfächer und Abklebeband, das abgezogen wird.

Wie ändere ich einen fertigen Clip?

Mit einem Satz im Chat. Ich habe geschrieben: „Mach die zweite Szene langsamer, die Balken sollen ruhiger wachsen. Der Rest bleibt, wie er ist.“ Nach 40 Sekunden war die Änderung da, alle anderen Szenen standen unverändert. Weil der Clip Code ist, fasst Claude nur diese eine Stelle an.

Kleinigkeiten änderst du ohne Prompt. Unter „Tweaks“ steht für jede Szene der Name, die Länge, das Tempo und jeder Text auf dem Bildschirm als Eingabefeld. Das spart Nutzungskontingent.

Beim Preisvergleich für die Website ist mir noch etwas aufgefallen: Claude hat die Kunden von selbst gesiezt und für einen Vergleich „Leistung pro Euro“ zwei eigene Annahmen getroffen und offen dazugeschrieben. Lies das, bevor so ein Clip online geht. Und Preise für Privatkunden gehören als Endpreis inklusive Mehrwertsteuer hinein. (Quelle: § 3 Preisangabenverordnung)

Welche Export-Einstellung muss ich umstellen?

Die Auflösung. Im Export-Dialog steht von Haus aus 720p. Stell auf 1080p, mehr gibt es nicht. Dazu wählst du MP4 oder GIF, 60, 30 oder 15 Bilder pro Sekunde und eine Qualitätsstufe. Gerendert wird in deinem Browser. Lass den Tab deshalb vorne offen: Bei mir blieb der Export bei 0 Prozent stehen, solange das Fenster verdeckt war.

Die fertige Datei habe ich nachgemessen, weil die Hilfe dazu nichts schreibt: 1920 × 1080 Pixel, 60 Bilder pro Sekunde, und eine Tonspur in Stereo mit Musik und kleinen Effekten. Im Vorschaufenster ist der Ton aus, in der Datei ist er drin. Ein 20-Sekunden-Clip hatte 6,3 Megabyte, der Export hat rund vier Minuten gedauert. (Stand: 2026-10-09 — Quelle: eigener Test, gemessen mit ffprobe)

Wo sind die Grenzen?

  • Länge: Drei Minuten habe ich bestellt und bekommen, mit 14 Szenen. Für den Export zeigt Claude bei 1080p und 60 Bildern etwa 18 Minuten an, mit 30 Bildern die Hälfte.
  • Tweaks: Die Länge einer Szene lässt sich höchstens auf das Dreifache ziehen. Aus 4 Sekunden werden maximal 12.
  • Auflösung: Mehr als Full HD gibt es nicht.
  • Kontingent: Jeder Clip zählt aufs Nutzungslimit, lange und komplexe mehr als kurze. (Quelle: Claude-Hilfe)

Ich baue die Grafiken für meine YouTube-Videos seit Monaten mit Code, über Claude Code und das Werkzeug Remotion. Motion ist schneller da: erster Entwurf nach fünf Minuten, fertige Datei nach rund zehn, ohne Installation. Es fehlen aber ein eigener Projektordner und die Möglichkeit, viele Grafiken auf einmal zu rendern. Für eine Präsentation diese Woche nehme ich Motion, für Serien bleibe ich beim Code.

Wer bekommt Motion?

Alle im Team-Tarif. Dort ist Motion automatisch eingeschaltet, bei Enterprise schaltet es der Admin frei. Free, Pro und Max haben es noch nicht. (Stand: 2026-10-11 — Quelle: Claude-Hilfe) Wenn du Team schon hast, probier es heute aus.

Was sind Claude Dashboards und brauche ich die?

Zusammen mit Motion ist Claude Dashboards gestartet: Berichte mit Diagrammen, die sich selbst aktualisieren. Die gibt es auch mit Pro und Max. Die Daten kommen laut Anthropic aus einem Datenlager wie Amazon Redshift, BigQuery, ClickHouse, Databricks oder Snowflake oder aus einer verbundenen App wie Salesforce. (Stand: 2026-10-09 — Quelle: Claude-Hilfe) Hochgeladene Excel-Dateien erwähnt die Anleitung nicht.

Die meisten kleinen Betriebe haben ihre Zahlen in Excel, in der Buchhaltung oder in der Handwerkersoftware. Wenn du dein CRM schon mit Claude verbunden hast, schau dir Dashboards an. Wenn nicht, ist dieses Update für dich wahrscheinlich noch nicht relevant. Bei Motion schreibst du die Zahlen einfach in den Auftrag, so wie ich beim Malerbetrieb.

Was heißt das für deinen Betrieb?

Lange hat so ein Clip einen Grafiker gebraucht oder jemanden, der programmiert. Heute reicht im Team-Tarif ein Satz im Chat. Das Werkzeug ist damit kein Vorteil mehr. Was zählt, ist, was du reinsteckst: deine Zahlen, deinen Ablauf, deine Preise. Die hat kein anderer Betrieb.

Claude für die ganze Firma

Wenn du gerade merkst: Das wollen wir in der ganzen Firma, dann melde dich bei uns. Wir bringen Claude in deinen Betrieb. So, dass es eure Angebote vorschreibt, eure Unterlagen kennt und aus euren Zahlen solche Clips baut. Ohne dass du dich selbst durch jede Einstellung kämpfen musst. Auf der Seite steht, wie das abläuft, und du kannst direkt ein kostenloses Erstgespräch von 15 Minuten buchen.

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