Claude-Befehle: Diese 6 Slash Commands sollte jeder Business-Nutzer kennen

Die meisten nutzen Claude wie ein Chatfenster: Text rein, Antwort raus. Dabei steckt hinter einem einzigen Schrägstrich ein komplettes Bedienfeld — über 60 eingebaute Befehle, von denen die meisten Nutzer keinen einzigen kennen. Sechs davon lohnen sich im Business-Alltag täglich: /clear, /btw, /plan, /rewind, /resume und /goal. In diesem Beitrag gehen wir sie an einem normalen Arbeitstag durch — und am Ende baust du dir in einer Minute einen eigenen Befehl dazu.

Was sind Slash-Befehle in Claude?

In Claude Code — im Terminal oder in der Desktop-App — tippst du einen Schrägstrich, und eine Befehlsliste klappt auf. Jeder Befehl ist eine Abkürzung: Statt jedes Mal einen langen Wunsch auszuformulieren, tippst du ein Kommando, und Claude weiß exakt, was zu tun ist. Alle hier gezeigten Befehle sind offiziell dokumentiert (Quelle: Claude-Code-Doku, Commands-Referenz, Stand: 07/2026).

Das Bild dazu: Du hast dir ein Auto mit sechs Gängen gekauft — und fährst seit Monaten im ersten. Es fährt ja. Aber alles ist zäh. Gehen wir die Gänge durch, so wie sie dir an einem normalen Arbeitstag begegnen.

Montagmorgen, neue Aufgabe: /clear

Du willst ein Angebot kalkulieren — aber in der Unterhaltung klebt noch die Wettbewerbsanalyse von Freitag. Das Problem: Claude liest bei jeder Antwort die komplette Unterhaltung mit. Das alte Thema verwässert die neue Aufgabe und kostet obendrein Geld, weil jedes Wiederlesen Tokens frisst.

/clear startet eine frische Unterhaltung mit leerem Kontext. Neues Thema, neuer Auftrag, leerer Kopf. Die alte Unterhaltung ist dabei nicht gelöscht — dazu gleich mehr.

Zwischenfrage, ohne alles zu stören: /btw

Claude arbeitet gerade an deiner Kalkulation, und dir fällt ein: „Wie war nochmal der Mehrwertsteuersatz für digitale Produkte in Österreich?“ Tippst du die Frage einfach rein, unterbrichst du die Aufgabe — und die Frage klebt für immer in der Unterhaltung.

/btw ist die Flurfrage: Du bekommst deine Antwort, und die Hauptaufgabe läuft sauber weiter, als wäre nichts gewesen. Wie den Kollegen kurz auf den Flur ziehen, statt mitten ins Meeting zu platzen.

Bevor es ernst wird: /plan

Nach dem Mittag steht die größere Sache an: Claude soll deine Angebots-Vorlagen umbauen. Genau hier passieren die teuren Missverständnisse — Claude legt los, und nach zehn Minuten merkst du, dass es in die falsche Richtung läuft.

/plan schaltet den Plan-Modus ein: Claude baut nichts, ändert nichts — es legt dir erst einen Plan vor. Du liest ihn, korrigierst ihn, gibst frei. Erst dann wird gearbeitet. Wie beim Handwerker: erst das Angebot, dann wird die Wand aufgestemmt. Bei allem, was größer ist als eine Kleinigkeit, ist das der Unterschied zwischen „hoffen, dass es passt“ und „wissen, was passiert“.

Wenn etwas schiefläuft: /rewind — und /resume für gestern

Trotz Plan ist die zweite Vorlage verunglückt. Kein Drama: Claude setzt beim Arbeiten automatisch Kontrollpunkte. /rewind zeigt sie dir, du wählst einen aus — und Claude rollt alles dorthin zurück. Nicht nur den Chat, auch die Dateien. Das nimmt die Angst vor dem Experimentieren: Der Rückweg ist immer da.

Und weil die beiden ständig verwechselt werden: /resume ist etwas anderes. Es holt eine alte Unterhaltung zurück — die von gestern, die von letzter Woche, jede, die du mit /clear beendet hast. Merk es dir so: /rewind ist die Rolle rückwärts in der Aufgabe, /resume ist der Griff ins Archiv.

Ziel statt Zuruf: /goal

Der sechste Befehl ändert die Arbeitsweise am stärksten. Mit /goal gibst du Claude nicht nur eine Aufgabe, sondern ein Ziel plus die Bedingung, wann „fertig“ wirklich fertig ist — zum Beispiel: „Alle fünf Vorlagen umgestellt, und jede enthält den neuen Preisblock.“ Claude arbeitet dann über mehrere Runden weiter, bis die Bedingung erfüllt ist, statt nach der ersten Antwort stehenzubleiben.

Falls dir das bekannt vorkommt: Das ist der Verifier-Gedanke aus der 3-Schichten-Methode — vorher festlegen, was „gut“ heißt, statt hinterher zu raten. Hier ist er direkt in einen Befehl gegossen.

Der eigene Befehl — und eine ehrliche Warnung vor „43 % besser“

Im Video, das mich auf das Thema gebracht hat, baut der Creator einen eigenen Befehl und berichtet, seine Ergebnisse seien damit „43 % besser“ geworden. Woher die Zahl stammt, sagt er selbst: Claude hat sie ihm genannt. Und genau da lohnt sich Skepsis — wenn ein Modell bewertet, wie gut es selbst gerade war, ist das ein netter Datenpunkt, aber kein Benchmark.

Die Idee dahinter ist trotzdem gut. Der Befehl erzwingt, dass Claude vor dem Arbeiten erst mindestens fünf Rückfragen stellt — zum Ziel, zum Umfang, zu den Grenzen — dann einen Plan vorlegt und erst nach Freigabe loslegt. Eine automatische Mini-Spec, bei jedem Aufruf. Und so etwas baust du dir in einer Minute: Sag Claude Code einfach „Bau mir einen Befehl namens Briefing“ und beschreib die Schritte. Claude legt den Befehl selbst an. Ab dann reicht: Schrägstrich, Briefing, fertig.

Alles zum Nachschlagen: das kostenlose Cheat Sheet

Damit du dir das alles nicht merken musst, haben wir es als Cheat Sheet zum Ausdrucken aufbereitet: die 6 Befehle mit Merkhilfen, 8 Power-Tricks, die es nicht in diesen Beitrag geschafft haben (Shell-Modus, Bild einfügen, Sprachdiktat und mehr) — und die Copy-Paste-Bauanleitung für deinen eigenen /briefing-Befehl.

Und wie immer: BLEIB NEUGIERIG.

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